Am Donnerstagabend (09.04.2026) haben wir zu einer erneut zu einer Stadtbezirksübung in unserem Stadtbezirk Ahlem, Badenstedt, Davenstedt eingeladen. Neben den drei Ortsfeuerwehren waren auch die Nachbarfeuerwehren aus Limmer und Velber beteiligt. Zusätzlich waren 6 Fahrzeuge des Rettungsdienstes mit ihren Besatzungen eingebunden.
Als Übungsobjekt stand das ehemalige Schulzentrum Ahlem zur Verfügung. Ausgangslage war ein Arbeitsunfall bei Dacharbeiten auf der Schule. Arbeiter hatten auf dem Flachdach eines Treppenraums mit einem Teerkocher gearbeitet, es kam zu einer Verpuffung und der Teerkocher stürzte brennend in einen der beiden notwendigen Treppenräume, so dass dieser für die Evakuierung des Ostflügels der Schule und für den späteren Angriff der Feuerwehr nicht mehr zur Verfügung stand. Im Nahbereich des betroffenen Treppenraumes kam es im 1. und 2. Obergeschoss zu Entstehungsbränden und einer teils starken Rauchentwicklung.
Die Übungslage sah vor, dass der Schulleiter und der Hausmeister den ersten eintreffenden Einsatzkräften bereits mitteilen konnten, dass der Westflügel und die Räume im Erdgeschoss durch die Lehrer geräumt seien. In den beiden Obergeschossen des Ostteils seien zum Teil noch Schüler aus vier Klassen eingeschossen bzw. vermisst. Weiterhin erhielt der Einsatzleiter vier Klassenbücher mit den bereits Geretteten und den noch Vermissten. Im Schnitt waren je Klasse noch 3 Schüler (dargestellt von der Jugendfeuerwehr Davenstedt) und 2 Übungspuppen zu retten, die entsprechend im Gebäudeteil verteilt wurden. Dazu kamen nochmals drei Arbeiter des Dachdeckerbetriebs (2 Darsteller und eine Übungspuppe). Zur Darstellung der Lage kamen neben den insgesamt 16 Personen mit eigener Legende, die befragt werden konnten, Theaternebel aus 6 Nebelgeräten, 25 Blitzlampen und weitere Pyrotechnik sowie mehrere Gasflaschen und Kanister zum Einsatz.
Ab 18.30 Uhr rückten die drei Löschzüge in einem Abstand von jeweils 10 Minuten vom Feuerwehrhaus Davenstedt zum Einsatzort aus. Der erste Zug wurde gebildet aus der Ortsfeuerwehr Ahlem (MTW, HLF20/16, LF10) gefolgt von der Einsatzleitung, gebildet vom stellvertretenden Stadtbrandmeister Carsten Witte (KdoW) unterstützt durch Kameraden aus Buchholz (MTW). Den zweiten Zug bildete die Ortsfeuerwehr Davenstedt (MTW, HLF20, LF10, DLK-AuF). Den Davenstedter Kräften folgten unmittelbar der Rettungsdienst (RTW, NEF der NotSan-Schule der Feuerwehr und 3x RTW, NEF des ASB Hannover). Den dritten Zug bildeten die Ortsfeuerwehr Badenstedt (HLF20), die Ortsfeuerwehr Limmer (MTW, HLF20, TLF5000) und die Ortsfeuerwehr Velber (MTW, TSF-W) aus der Region Hannover. Insgesamt standen dem Einsatzleiter 78 Kräfte der Feuerwehr (u.a. 26 AGT) und 12 Kräfte des Rettungsdienstes zur Verfügung.
Neben dem Abschnitt Rettungsdienst wurden entsprechend der drei Zugänge drei Abschnitte zur Menschenrettung und Brandbekämpfung gebildet. Personen, die sich in rauchfreien Räumen oder auf dem Dach befanden, machten auf sich aufmerksam und wurden in den Abschnitten über tragbare Leitern oder die Drehleiter gerettet. Der Innenangriff über den verbliebenen rauchfreien Treppenraum stellte sich wegen der Größe des Gebäudes und der daraus resultierenden langen Angriffswege sehr herausfordernd dar. Die beiden betroffenen Geschosse waren teilweise sehr verraucht und hatten durch zusätzliche Wände eine unübersichtliche Aufteilung.
Im Einsatzverlauf wurden teilweise Atemschutzpools gebildet, um große Gebäudeteile koordinierter abzusuchen. Herausfordernd war an diesem Objekt die Kommunikation, da nicht immer klar war in welchem Geschoss und welchem Brandabschnitt sich die Trupps befanden und welche Bereiche noch nicht abgesucht waren. Die Geretteten wurden unverzüglich der Verletztenablage zugeführt, wo sie der Rettungsdienst sichtete und weiterversorgte. Ungefähr 90 Minuten nach Übungsbeginn waren alle 23 vermissten Personen gerettet und alle ausgelegten Feuerbekämpft. Neben dem Rückbau fand vor Ort auch eine erste Feedbackrunde der Einheitsführer mit den drei Übungsbeobachtern aus den beiden beteiligten Brandschutzbezirken und der NotSan-Schule statt.
Besonderer Dank geht bei dieser Übung an die 25 Darsteller (u.a. JF Davenstedt), die den Einsatzkräften ein realitätsnahes Bild boten, an die 4 Übungsvorbereiter, die bereits am Donnerstagvormittag mit dem Präparieren des ehemaligen Schulgebäudes begonnen hatten, an das Mediateam der Feuerwehr Hannover, für die Dokumentation, an die Beobachter, Feedbackgeber und die Angehörigen des Atemschutzkompetenzzentrums (FRW3) sowie des Logistiklagers (FRW4), für ihre Unterstützung, sowie den Fachbereich 19.31 für das unkomplizierte Überlassen des Übungsobjektes. Übungen dieser Größenordnung bedürfen in der Vorbereitung wie in der Durchführung dem Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Bereiche.
















































