Die Feuerwehr Hannover führte auch in diesem Jahr wieder eine standortverlagerte Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz Bergen, nahe des Ortes Ostenholz durch. Von Mittwoch bis Sonntag übten Angehörige der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr Hannover, des Grundausbildungslehrgangs sowie Gäste, unter anderem aus Kassel und Göttingen unterschiedliche Szenarien der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung.
Neben den 9 Löschgruppen, die 3 Züge bildeten war in diesem Jahr aber auch die ABC-Gefahrenabwehr ein Schwerpunkt. Kräfte der Fachgruppe Messen und Spüren sowie der Fachgruppe Dekontamination übten am Freitag und am Samstag in und rund um das Lager Ostenholz.
Aus Davenstedt waren insgesamt 10 Einsatzkräfte am Freitagmorgen mit dem MTW+, dem HLF20 und dem WLF mit AB-Dekon-Z angereist, die zusammen mit Kameraden aus Limmer und Linden die Fachgruppe Dekontamination bildeten.
Die Übungslage am Freitag sah einen Unfall in einem chemischen Betrieb vor, der Kesselwagen reinigte. Einerseits mussten die Gefahrstoffe identifiziert und ein Leck abgedichtet werden – Andererseits waren 20 Mitarbeiter, die überwiegend Verletzungen erlitten hatten, der Dekontaminationsstelle zuzuführen. Fünf Personen waren nicht mehr gehfähig. Die Fachgruppe Dekontamination baute eine Dekontaminationsstelle für Einsatzkräfte und eine Dekontaminationsstelle für Zivilpersonen und Verletzte auf und betrieb diese. Hier kam unteranderem der Abrollbehälter mit den Duschkabinen und dem Verletztentransportsystem zum Einsatz.
Am Samstagmorgen wurde ein Unfall in einer Forschungseinrichtung, wo mit Strahlern hantiert wurde, angenommen – auch hier waren mehrere Einsatzkräfte der Messtrupps und auch mehrere Mitarbeiter zu dekontaminieren. Den Dekontaminationsstellen vorgeschaltet wurden Kontaminationsnachweisplätze. Unter anderem kam bei dieser Übung die neue Dekon-Stelle der Ortsfeuerwehr Linden mit ihren drei Zelten zum Einsatz.
Am Nachmittag wurde ein Unfall mit Weltkriegsgranaten angenommen, die ein Sammler erstanden und delaboriert hatte. Mehrere Verletzte waren zu beklagen, die mit Rettungswagen den Dekontaminationsstellen zugeführt wurden. Außerdem waren Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der ersteingesetzten Feuerwehrkräfte sowie der Fachgruppe Messen und Spüren zu dekontaminieren. Bei dieser Übung wurde auch eine Strecke zur Reinigung von Einsatzfahrzeugen aufgebaut.
Alle Übungen hatten gemeinsam, dass die Einsatzkräfte massiv gefordert waren. Für die meisten ging es nicht nur um einen zügigen Aufbau, sondern sie mussten anschließend auch in Schutzkleidung die Dekontamination durchführen. Den Übungen folgte immer eine Nachbesprechung und eine längere Rückbauphase.
Aus allen Übungen konnten viele Erfahrungen gesammelt werden, die in die zukünftige Einsatztaktik und Ausstattung einfließen sollen.















