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Gerüstet für den Notfall

Erschienen in der HAZ am 02.06.2006

Gerüstet für den Notfall

FEUERWEHR KANN MIT NEUER ANLAGE 120 MENSCHEN PRO STUNDE VON GIFTEN BEFREIEN

Wenige Tage vor der Fußball-Weltmeisterschaft hat sich Hannover gegen die Folgen möglicher Anschläge mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen gewappnet: Die Feuerwehr hat am Donnerstag eine mobile Spezialanlage, einen so genannten " abrollbaren Dekontaminationscontainer", in Dienst genommen. "Damit schließen wir eine Lücke in unserem Katastrophenschutz", sagte Sprecher Alfred Falkenberg. Mit dieser Anlage können gut 120 Menschen pro Stunde von Giften befreit werden. Da die Anlage so konzipiert worden ist, dass auch Tragen hindurch gefahren werden können, ist man zudem in der Lage, schwer verletzte Menschen zu dekontaminieren. Die Anlage hat die Stadt 267.000 Euro gekostet.

Bisher musste die Stadt nach Aussage von Feuerwehrchef Claus Lange improvisieren. Man hatte lediglich "einen Lastwagen mit Gitterkisten", in denen Geräte überwiegend aus den siebziger Jahren gelagert worden seien. Die Technik war nur dazu geeignet, im Katastrophenfall die Schutzkleidung der Einsatzkräfte zu reinigen. Der neue Spezialcontainer hat hingegen zwei Schleusen, durch die die Verletzten und Einsatzkräfte geführt oder getragen werden können. Die Dekontamination geschieht über Duschen, deren Wasser je nach Bedarf Chemikalien zugesetzt werden. Es gehe vor allem darum, Verletzte vor dem Transport in ein Krankenhaus zu behandeln. So werde verhindert, dass Giftstoffe in Krankenhäuser gelangen.